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Erzieher/in

 

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Kurzbeschreibung

Tätigkeit
Aufgaben/Tätigkeiten
Arbeitsumgebung
Arbeitsgegenstände/Arbeitsmittel
Arbeitsbedingungen
Tätigkeitsbezeichnungen
Verdienst/Einkommen
Zugang
Beschäftigungs-/Besetzungsalternativen
Spezialisierung
Weiterbildung
Existenzgründung
Ausbildung
Ausbildungsinhalte
Lernorte
Ausbildungsbedingungen
Finanzielle Aspekte
Ausbildungsdauer
Ausbildungsform/-aufbau
Ausbildungsabschluss/Prüfungen
Zugangsvoraussetzungen
Wichtige Schulfächer
Perspektiven nach der Ausbildung
Ausbildungsalternativen
Rechtliche Regelungen
Berufsfelder
Informationsquellen
Interessen
Fähigkeiten
Arbeitsverhalten
Kompetenzen
Rückblick
Ausblick

 

 

 

 

 

 

Die Tätigkeit im Überblick

Erzieher/innen betreuen und fördern Kinder und Jugendliche. Sie sind in der vorschulischen Erziehung, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Heimerziehung tätig.

Erzieher/innen arbeiten hauptsächlich in Kinderbetreuungseinrichtungen, z.B. in kommunalen und kirchlichen Kindergärten, Kinderkrippen, Schul- und Betriebskindergärten sowie Horten oder Heimen für Kinder und Jugendliche. Sie sind auch in Erziehungs- oder Jugendwohnheimen, Jugendzentren, Familien- oder Suchtberatungsstellen, Tagesstätten, Wohnheimen für behinderte Menschen oder in ambulanten sozialen Diensten tätig. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten Kinderkliniken, kirchlich-religiöse Einrichtungen der Kinderbetreuung, Grund- und Sonderschulen oder Internate, Jugendorganisationen und Interessenvertretungen sowie Erholungs- und Ferienheime.

Die Ausbildung im Überblick

Erzieher/in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Aus- bzw. Weiterbildung an Fachschulen, Berufsfachschulen, Berufskollegs und anderen Bildungseinrichtungen.

Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert 2 bis 4 Jahre. Dabei können auch Zusatzqualifikationen erworben werden.

Auch immer mehr Hochschulen bieten bereits Bachelor- und Master-Studiengänge für Erzieher/innen an.

 

 

Aufgaben und Tätigkeiten (Kurzform)

Um Kinder und Jugendliche zu fördern und zu betreuen, beobachten Erzieher/innen deren Verhalten und Befinden, analysieren die Ergebnisse nach pädagogischen Grundsätzen und beurteilen je nach Aufgabenstellung etwa Entwicklungsstand, Motivation oder Sozialverhalten. Auf dieser Grundlage erstellen sie langfristige Erziehungspläne und bereiten Aktivitäten sowie pädagogische Maßnahmen vor, die z.B. soziales Verhalten oder die individuelle Entwicklung unterstützen. Sie fördern die körperliche und geistige Entwicklung der Betreuten, indem sie diese zu kreativer - z.B. musisch-künstlerischer - Betätigung sowie zu freiem oder gelenktem Spielen anregen. Sie führen Gespräche mit ihnen, unterstützen und beraten sie bei schulischen Aufgaben und privaten Problemen. Darüber hinaus bereiten sie Speisen zu, behandeln leichte Erkrankungen und Verletzungen und halten die anvertrauten Menschen zu Körperpflege und Hygiene an. Zudem dokumentieren Erzieher/innen Maßnahmen und deren Ergebnisse, reflektieren die erzieherische Arbeit im Team, gegebenenfalls auch zusammen mit Vorgesetzten oder Fachleuten aus Medizin, Psychologie und Therapie, und arbeiten mit anderen sozialpädagogischen Fachkräften oder Behörden zusammen. Zu Eltern und Erziehungsberechtigten halten sie engen Kontakt und stehen diesen informierend und beratend zur Seite.

Worum geht es?

Erzieher und Erzieherinnen betreuen und fördern Kinder und Jugendliche. Sie sind in der vorschulischen Erziehung, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Heimerziehung tätig.

Klare Ziele und ein offenes Ohr

Ob in Krippe, Kindergarten oder Jugendheim - Kinder und Jugendliche brauchen Betreuung, Zuneigung und Beschäftigung. Erzieher/innen bemühen sich darum, ihre Schützlinge in ihrer geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung zu unterstützen und letztlich zu autonomen Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen. Wenn sie Regeln für das Miteinander aufstellen und einüben, Streit schlichten oder erklären, wie man mit Konflikten umgehen kann, folgen sie stets einem klar definierten pädagogischen Bildungsauftrag. Erzieher/innen betreuen schließlich die Erwachsenen von morgen - dies bedeutet eine hohe gesellschaftliche Verantwortung. Gleichzeitig haben sie stets ein offenes Ohr für die Probleme und Sorgen der Kinder oder Jugendlichen. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen, aber auch starke Nerven, da Streit, Wutausbrüche und Tränen ihrer Schützlinge keine Seltenheit sind. Erzieher/innen achten darauf, dass die Kinder viel Neues kennenlernen und persönliche Interessen entwickeln. So regen sie zu Sport und Spiel an, malen, musizieren, gestalten Bastelnachmittage, organisieren Ferienaufenthalte und Feste.

Um diese Aktivitäten planen und organisieren zu können, beobachten Erzieher/innen das Verhalten der von ihnen Betreuten, etwa deren Motivation, Lernfortschritte und Sozialverhalten. Auf dieser Grundlage stellen sie Tages- oder Wochenpläne auf. Sie besprechen ihre Vorhaben mit der Gruppe, bereiten die geplanten Aktivitäten vor und stellen die notwendigen Materialien für Arbeit, Lernen oder Spiel zusammen. Dabei tauschen sie sich auch mit anderen pädagogischen oder psychologischen Fachkräften aus, was gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten voraussetzt. Ebenso halten sie Kontakt zu Eltern, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Ämtern, z.B. dem Jugendamt.

Spielerisch die Welt entdecken

Eines der Arbeitsfelder von Erziehern und Erzieherinnen sind Kindertagesstätten. In Krippen und Tagespflegestellen versorgen sie Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren. Sie beschäftigen diese mit altersgemäßen Spielen und anderen Aktivitäten, sorgen für ihren Mittagsschlaf, füttern und wickeln sie. Im Kindergarten betreuen Erzieher/innen Gruppen von drei bis sechs Jahre alten Kindern. Sie ermutigen diese, sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen, und geben ihnen pädagogisch sinnvolle Anregungen. So bringen sie ihnen in kleinen Experimenten naturwissenschaftliche Themen näher und schulen das Umweltbewusstsein der Kinder oder leiten kindgerechtes Fremdsprachentraining. Im Hort und in der außerschulischen Freizeitbetreuung kümmern sich Erzieher/innen nach Schulschluss, vor Beginn des Unterrichts und zum Teil auch in den Ferien um Schulkinder. Sie helfen bei den Hausaufgaben und gestalten Freizeitaktivitäten. Schließlich arbeiten sie auch in der offenen Jugendarbeit: In Jugendzentren und ähnlichen offenen Einrichtungen bieten sie Kindern und Jugendlichen organisierte Freizeitangebote, Anregungen zu sinnvoller Freizeitgestaltung und -planung wie auch Hilfestellung bei persönlichen Problemen. Sie sind nah dran an den speziellen Bedürfnissen, Problemen und Interessen der jeweiligen Jugendlichen und schaffen so den Spagat, von diesen gleichermaßen respektiert und akzeptiert zu werden. So können Erzieher/innen zu sinnvoller Medien- oder Computernutzung anleiten oder darauf achten, dass Kinder oder Jugendliche mit Migrationshintergrund optimal integriert werden.

Eine verantwortungsvolle Aufgabe

Darüber hinaus arbeiten Erzieher/innen in Kinderheimen, Jugendwohnheimen, Einrichtungen für behinderte und anderweitig beeinträchtigte Menschen oder betreuen therapeutische Jugendwohngruppen. Sie sind wichtige Bezugspersonen für die Kinder und Jugendlichen und nehmen teilweise die Stelle der Eltern ein. So kümmern sie sich um die Körperpflege, um Essen und Bekleidung, motivieren zu Freizeitbeschäftigungen und organisieren Ferienaufenthalte. Dabei sind unregelmäßige Arbeitszeiten üblich. Zudem geht gute Erziehungsarbeit mit einer hohen Verantwortung einher. In schwierigen Situationen müssen die Erzieher/innen spontan und angemessen reagieren und handeln. Deshalb dokumentieren sie ihre Beobachtungen und pädagogischen Analysen und trainieren unterschiedliche Strategien, um Konfliktsituationen gut bewältigen zu können.

 

 

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Erzieher/innen haben folgende Aufgaben:

·         Beobachten und Planen

o        Verhalten und Befinden der betreuten Kinder und Jugendlichen beobachten

o        Beobachtungsergebnisse und andere Informationen nach pädagogischen Grundsätzen analysieren und beurteilen, etwa den (altersgemäßen) Entwicklungsstand, Motivation und Sozialverhalten, außerdem Kenntnisse, Fertigkeiten und Lernfortschritte, psychische Stabilität und Verhaltensauffälligkeiten

o        je nach Aufgabenstellung langfristige Erziehungspläne erstellen; dabei vor allem Vorgaben der Einrichtung, rechtliche und organisatorische Vorgaben, Erziehungsziele, Erziehungsmittel und spezielle Erziehungsprobleme berücksichtigen

o        geplante Aktivitäten und pädagogische Maßnahmen vorbereiten, orientiert an individuellen Neigungen und Fähigkeiten der Betreuten wie an den pädagogischen Zielen

o        Materialien für Lernen, Sport und Spiel beschaffen und vorbereiten

o        Anschauungsmaterial wie Bildtafeln und Arbeitsblätter erstellen

o        Ausflüge, Feiern und andere Veranstaltungen vorbereiten

·         Musisch-künstlerisches Fördern

o        zusammen zeichnen, malen, formen, etwa mit Ton und Farbe, oder die Betreuten dazu anregen und dabei begleiten

o        die Betreuten in verschiedenen gestalterischen Techniken anleiten, beispielsweise Linolschnitt, Batik, Stoffdruck

o        gemeinsam singen und musizieren, z.B. unter Verwendung des Orff-Instrumentariums

·         Erziehen, Betreuen und Fördern

o        Lern- und soziale Prozesse fördern

o        zu entwicklungsfördernden, kooperativen, kommunikativen und kreativen Beschäftigungen, wie freiem oder gelenktem Spiel oder Teamarbeiten, anregen und ggf. dabei anleiten

o        Schulkinder beim Anfertigen der Hausaufgaben betreuen und unterstützen, ggf. schulischen Ergänzungsunterricht abhalten

o        körperliche Entwicklung der Betreuten fördern, etwa durch Spiele im Freien, bewegungserzieherische Maßnahmen (wie Haltungsgymnastik), Bewegungsspiele und Sport (wie Jazzgymnastik, Ballspiel), Übungen zur Stärkung von Sinneswahrnehmungen

o        als Ansprechpartner/in bei Problemen zur Verfügung stehen; (Beratungs-)Gespräche führen

o        Konzentrationsübungen und andere förderpädagogische Maßnahmen durchführen

o        Kinder und Jugendliche in ihrer sprachlichen Entwicklung fördern, kindgerechtes Fremdsprachentraining leiten

o        Kindern im Vorschulalter naturwissenschaftliche Themen näherbringen und sie zu Umweltbewusstsein erziehen

o        Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund integrieren und beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen

o        mit den Betreuten Feste, Feiern und Aufführungen - beispielsweise zu Jahreszeiten, Feiertagen oder Geburtstagen - gestalten

o        betreute Personen im Rahmen von Erziehungszielen (z.B. Toleranz und Gewaltfreiheit) in Konfliktsituationen unterstützen: Streit schlichten, körperliche Auseinandersetzungen unterbinden, Konfliktgespräche führen oder moderieren und Ähnliches

o        Menschen in Schwierigkeiten trösten, ggf. einschließlich körperlicher Zuwendung (z.B. Kinder in den Arm nehmen)

o        mit durch Krankheit oder Behinderung beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen motorisch-funktionelle Übungen oder Übungen zur Alltagsbewältigung durchführen

·         Dokumentieren

o        Erziehungsmaßnahmen und deren Ergebnisse dokumentieren, etwa Berichte über Einzelfallentwicklungen oder Gutachten für Jugendämter erstellen

o        erzieherische Arbeit im Team reflektieren, ggf. zusammen mit Vorgesetzten

o        je nach Aufgabenstellung und Sachlage Fachleute aus Medizin, Psychologie, Therapie sowie andere sozialpädagogische Fachkräfte oder Behörden (z.B. Jugendämter) konsultieren und mit ihnen zusammenarbeiten

·         Pflegen

o        Ruhepausen und Schlafzeiten überwachen

o        warme und kalte Speisen zubereiten

o        leichte Erkrankungen und Verletzungen behandeln

o        Betten, Einrichtungsgegenstände, Hilfsmittel etc. der betreuten Personen reinigen und ggf. desinfizieren

o        anvertraute Menschen bei der Körperpflege unterstützen und sie zur Hygiene anhalten, unter anderem Kleinkindern oder behinderten Menschen bei Aktivitäten wie Zähneputzen, Essen oder Anziehen helfen oder Kleinkinder wickeln

·         Informieren

o        Informations- und Aufnahmegespräche mit Eltern und Erziehungsberechtigten bzw. anderen Angehörigen führen und dokumentieren

o        Elternabende und -kurse durchführen

o        Hilfskräfte, ehrenamtliche Mitarbeiter/innen und Praktikanten/Praktikantinnen anleiten

o        Elternarbeit innerhalb der entsprechenden Einrichtung koordiniere

 

 

Arbeitsorte

Ihre Tätigkeit üben sie in Spiel-, Ess- und Schlafräumen, Klassenzimmern, Gymnastikräumen oder Besprechungsräumen aus. Zudem beschäftigen oder beaufsichtigen sie Kinder und Jugendliche im Freien, etwa auf Spiel- und Sportplätzen. In Büroräumen erledigen sie verwaltende und planende Aufgaben oder führen Beratungsgespräche.

 

 

Arbeitsbedingungen im Einzelnen

·         wechselnde Arbeitsorte (Spiel-, Ess- und Schlafräume, Klassenzimmer, Gymnastikräume und Sportplätze, Büro- und Besprechungsräume)

·         enger Körperkontakt mit Menschen (besonders bei kleinen Kindern)

·         gefühlsmäßig belastende Situationen und Tätigkeiten (Umgang mit verhaltensauffälligen oder aggressiven Kindern und Jugendlichen)

·         Gruppen-, Teamarbeit (Zusammenarbeit mit anderen pädagogischen oder psychologischen Fachkräften)

·         Umgang mit Kindern und Jugendlichen

·         Umgang mit Körpergeruch, Ausscheidungen (Kinder bei der Körperpflege unterstützen oder Kleinkinder wickeln)

·         Verantwortung für Personen

·         Schichtarbeit (z.B. in Heimen)

 

 

Verdienst/Einkommen

Tarifbereich öffentlicher Dienst, Tarifgebiet West

Bei einer Eingruppierung in die Entgeltgruppe 6, Stufe 2 bis Entgeltgruppe 9, Stufe 4, erhalten Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst bei den Kommunen ein Monatsbruttoentgelt von € 2.072 bis € 2.866. Das Erreichen der jeweils nächsten Stufe ist von den Zeiten ununterbrochener Tätigkeit in der Entgeltgruppe und der Leistung abhängig.

 

Ausbildungsinhalte

Während des theoretischen und praktischen Unterrichts lernt man beispielsweise:

·         welche Erziehungsziele und Erziehungsmaßnahmen es gibt, wie man das eigene Verhalten reflektiert und eine berufliche Identität entwickelt

·         die Bedeutung der Erziehung für die Entwicklung der Persönlichkeit

·         wie man die Kompetenzen, Entwicklungsmöglichkeiten und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in den verschiedenen Altersgruppen erkennt

·         wie man entsprechende Angebote zur Erziehung, Bildung und Betreuung plant, durchführt, dokumentiert und auswertet

Während der Aus- bzw. Weiterbildung werden z.B. auch folgende allgemein bildende Fächer unterrichtet:

·         Deutsch/Kommunikation

·         Sozialkunde

·         Politik/Gesellschaftslehre

·         Religionslehre/Religionspädagogik

Praktika

Die theoretischen Inhalte des Faches Pädagogik werden in sozialpädagogischen Einrichtungen umgesetzt und angewandt. Die Schüler/innen sammeln Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsmethoden und gewinnen einen Überblick über Aufbau und Ablauforganisation der Einrichtung.

Lernorte

Erzieher/innen werden in Fachschulen, Berufsfachschulen, Berufskollegs und anderen Bildungseinrichtungen aus- bzw. weitergebildet..

Heimat- und Ausbildungsort sind häufig nicht identisch, denn die Aus- bzw. Weiterbildung wird nicht in allen Städten angeboten.

 

Ausbildungsbedingungen

Praxis: Praktika in sozialpädagogischen Einrichtungen

Der theoretische Unterricht an der Schule wird durch praktische Übungen ergänzt. Beispielsweise werden verschiedene Erziehungsmethoden vermittelt.

Außerdem nehmen die Schüler/innen an Exkursionen, Betriebspraktika und eventuell Projektarbeiten teil. Betriebspraktika sind in die Aus- bzw. Weiterbildung integriert. Sie finden in sozialpädagogischen Einrichtungen, wie z.B. Kindertagesstätten, in stationären, teilstationären und ambulanten Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in Einrichtungen der offenen Jugendarbeit, statt. Hier lernen die angehenden Erzieher/innen bereits Arbeitsbedingungen kennen, wie sie nach Abschluss der Aus- bzw. Weiterbildung anzutreffen sind. Auf diese Weise erhalten sie Gelegenheit, sich umfangreiches Wissen anzueignen und Erfahrungen auf vielen Gebieten zu sammeln.

 

Ausbildungsvergütung

Der schulische Teil der Aus- bzw. Weiterbildung wird nicht vergütet. Für die staatliche Anerkennung als Erzieher/in muss im Anschluss an die Aus- bzw. Weiterbildung ein Berufspraktikum (Anerkennungspraktikum) absolviert werden. Dafür erhalten die Praktikanten und Praktikantinnen ein Praktikumsentgelt.

Leisten die angehenden Erzieher/innen ihr Berufspraktikum in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder in Einrichtungen von Trägern, die sich an die tariflichen Vereinbarungen des öffentlichen Dienstes anlehnen, ab, erhalten sie ein Praktikumsentgelt von € 1.254 im Monat.

 

 

Ausbildungskosten

Die Aus- bzw. Weiterbildung an öffentlichen Fachschulen, Berufsfachschulen und Berufskollegs ist für die Schüler/innen kostenfrei. Allerdings können Aufnahme- und Prüfungsgebühren anfallen. Für den theoretischen Unterricht können Lernmittelkosten (z.B. für Fachliteratur), Fahrtkosten und ggf. auch Kosten für auswärtige Unterbringung entstehen. Private Schulen können ggf. auch Lehrgangsgebühren erheben.

 

Ausbildungsdauer

Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert 2 bis 4 Jahre. Dabei kann ggf. die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife erworben werden.

 

Verlängerung der Aus- bzw. Weiterbildungsdauer

Wer wegen mangelhafter Leistungen nicht in den nächstfolgenden Abschnitt versetzt wurde, kann das Schuljahr in der Regel einmal wiederholen, wenn dadurch die erlaubte Gesamtverweildauer an der Schule nicht überschritten wird.

Auch das Berufspraktikum, das im Rahmen der Ausbildung stattfindet, kann verlängert werden, wenn es nicht erfolgreich abgeschlossen wurde. Es muss nicht direkt im Anschluss an die schulische Ausbildung absolviert werden, sollte aber im Allgemeinen innerhalb von zwei bis vier Jahren nach der Abschlussprüfung begonnen bzw. abgeschlossen werden. Gegebenenfalls kann es auch halbtags abgeleistet werden und dauert dann entsprechend länger.

 

Ausbildungsform

Die Aus- bzw. Weiterbildung zum Erzieher/zur Erzieherin umfasst theoretischen und praktischen Unterricht sowie fachpraktische Abschnitte. Der Unterricht findet an Fachschulen, Berufskollegs, Berufsfachschulen und anderen Bildungseinrichtungen statt.

Die Ausbildung an Berufsfachschulen bzw. Berufskollegs wird in Vollzeitform durchgeführt und beinhaltet einen beruflichen und einen berufsübergreifenden (allgemein bildenden) Lernbereich, ggf. auch Zusatzfächer für den Erwerb einer Hochschulzugangsberechtigung. Sie untergliedert sich in Schuljahre. Ein Berufspraktikum zur staatlichen Anerkennung wird während der Ausbildung oder anschließend an die Ausbildung absolviert und findet in sozialpädagogischen Einrichtungen statt.

Die Weiterbildungsgänge werden in landesrechtlichen Verordnungen auf der Grundlage der Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz über Fachschulen geregelt.

Sie finden an Fachschulen in Vollzeitform statt.

In der Regel ist die Weiterbildung in zwei Abschnitte gegliedert: Grundstufe (bei Vollzeitform erstes Schuljahr) und Fachstufe (bei Vollzeitform zweites Schuljahr).

 

Beispiel für die Stundentafel einer Fachschulweiterbildung zum Erzieher/zur Erzieherin

Pflichtbereich

Unterrichtsstunden

I. Fachrichtungsübergreifender Lernbereich

Deutsch

160

Englisch

160

Soziologie/Politik

160

Religion, Religionspädagogik/Ethik

80

Fachrichtungsübergreifender Bereich insgesamt:

560

II. Fachrichtungsbezogener Lernbereich

Sozialpädagogische Grundlagen

400

Sozialpädagogische Konzepte und Strategien

160

Ökologie/Umwelt- und Gesundheitspädagogik

80

Religionspädagogik, Religion/Ethik

80

Recht/Organisation/Verwaltung

160

Medien sozialpädagogischen Handelns (z.B. Literatur, Musik, Spiel, Bewegung, Gestaltung, AV-Medien)

800

Sozialpädagogische Praxis (Begleit- oder Blockpraktika)

460

Fachrichtungsbezogener Bereich insgesamt:

2.140

Pflichtbereich insgesamt:

2.700

Wahlpflichtbereich

Sozialpädagogische Arbeit in unterschiedlichen Bereichen

240

Wahlfächer zur Ergänzung und Vertiefung

160

Wahlpflichtbereich insgesamt:

400

Gesamtstundenzahl

3.100

 

 

Prüfungsinhalte

Am Ende der Aus- bzw. Weiterbildung wird eine Abschlussprüfung durchgeführt, die meist aus einem schriftlichen, einem praktischen und ggf. einem mündlichen Teil besteht.

Der schriftliche Teil der Prüfung besteht in der Regel aus mindestens zwei Aufsichtsarbeiten aus dem berufsspezifischen Lernbereich, z.B. Förderung von Entwicklung und Bildung oder Unterstützung in besonderen Lebenssituationen. Auch wahlweise Deutsch, Sozialkunde oder Religion bzw. Ethik sowie Erziehungswissenschaften und Ökologie/Gesundheit oder Organisation, Recht und Verwaltung können Prüfungsfächer sein. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel drei bis vier Stunden pro Aufgabe.

Der praktische Teil der Prüfung kann z.B. die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer erzieherischen Aufgabe umfassen.

Der mündliche Teil der Prüfung ist nur in einigen Bundesländern verpflichtend vorgesehen. Meist wird er nur durchgeführt, wenn er zur Klärung der Endzensuren oder für das Bestehen der Prüfung erforderlich ist. Für die mündliche Prüfung kommen in der Regel alle Ausbildungsfächer infrage.

 

Abschlussbezeichnung

Die Abschlussbezeichnung lautet: Staatlich anerkannter Erzieher/Staatlich anerkannte Erzieherin

 

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.

Die beruflichen Voraussetzungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.

Für die Weiterbildung an Fachschulen wird in der Regel die Abschlussprüfung in einem anerkannten und für die Zielsetzung der Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf vorausgesetzt, z.B. als Kinderpfleger/in, Erziehungshelfer/in, in der Alten-, Familien- oder Krankenpflege (einschließlich des Berufsschulabschlusses). Außerdem ist eine entsprechende Berufspraxis nachzuweisen.

Alternativ ist der Zugang auch mit Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife in Verbindung mit einer mindestens viermonatigen einschlägigen praktischen Tätigkeit möglich.

Die Voraussetzungen laut Infektionsschutzgesetz müssen erfüllt sein.

Schulkenntnisse

Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin bilden vertiefte Kenntnisse in den nachfolgend genannten Schulfächern:

Schulfach

Begründung

Kunst

Angehende Erzieher/innen leiten Kinder zum Basteln und Malen an. Dabei sollten sie neben künstlerischen Fähigkeiten auch Kunstwissen mitbringen, um Kindern z.B. berühmte Gemälde erläutern zu können.

Musik

Musik spielt in der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen eine große Rolle. Zusammen mit ihren Schützlingen singen und musizieren sie. Musikalisches Interesse ist dafür erforderlich, musische Begabung, z.B. die Beherrschung eines Musikinstruments, hilfreich.

Biologie

Zukünftige Erzieher/innen machen Kinder mit der Tier- und Pflanzenwelt vertraut. Sie zeigen ihnen beispielsweise verschiedene Blumen- oder Baumarten. Wissen in Biologie ist dabei nötig.

 

 

Perspektiven nach der Ausbildung

Ein Beruf - viele Möglichkeiten

Beschäftigung finden Erzieher und Erzieherinnen in Kinderbetreuungseinrichtungen, z.B. in kommunalen und kirchlichen Kindergärten, Kinderkrippen, Schul- und Betriebskindergärten sowie in Horten oder Heimen für Kinder und Jugendliche.

Nach ihrer Aus- bzw. Weiterbildung müssen sich die Fachkräfte meist entscheiden, welche Einsatzgebiete für sie infrage kommen und worauf sie sich spezialisieren möchten. Das Spektrum reicht von der Arbeit in Freizeiteinrichtungen über Kindergärten bis hin zu pädagogischen Fördereinrichtungen.

Selbstständigkeit

Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich: Erzieher/innen können sich z.B. mit einer eigenen Kinderbetreuungsgruppe selbstständig machen oder einen Kindergarten gründen.

Kernkompetenzen, die man während der Ausbildung erwirbt:

·         Elternarbeit

·         Erziehung

·         Gruppenarbeit

·         Vorschularbeit, -erziehung

Weitere Kompetenzen, die für die Ausübung dieses Berufs bedeutsam sein können:

·         Hausaufgaben-, Schülerbetreuung

·         Heimerziehung

·         Nahrungsmittel, Mahlzeiten zubereiten

·         Offene Kindergarten-Arbeit

·         Sozialpädagogik

·         Spielpädagogik

 

Hochschulabschluss für Erzieher/innen?

Die Anforderungen an die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten haben sich nach Angaben des Münchner Staatsinstitutes für Frühpädagogik (IFP) in den letzten Jahren gewandelt: Erzieher/innen benötigen heute u.a. umfassende Qualifikationen in der Entwicklungsberatung und ein hohes Maß an Diagnosefähigkeit.

 

Zuordnung Berufsfelder

Der Beruf Erzieher/in ist folgenden Berufsfeldern zugeordnet:

·         Berufe in Erziehung, Schule, Aus- und Weiterbildung

·         Berufe mit Kindern und Jugendlichen

Zuordnung Berufliche Merkmale

Der Beruf Erzieher/in ist folgenden beruflichen Merkmalen zugeordnet:

Tätigkeiten

·         erziehen/unterrichten

·         helfen/betreuen

·         verwalten

Arbeitsort

·         soziale Einrichtung 

 

29.1.09 14:56

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